Die durch Rodung und menschliche Nutzung entstandenen Feuchtwiesen im Kleinen Bruch gehören zu den wertvollsten Feuchtwiesengebieten Nordrhein-Westfalen. In vielen Gebieten ging dieser Lebensraum durch Entwässerung oder Umwandlung in Ackerland stark zurück.
Zu beiden Seiten des Weges erstreckt sich die sumpfige Wiesenlandschaft. Die östlich des Weges gelegene Wiese zeigt deutliche Spuren der früheren Bemühungen des wirtschaftenden Menschen, die feuchten Wiesen mit einfachen Mitteln besser nutzbar zu machen. Die wellige Gestalt der Wiese zeigt, dass hier durch Bodenumlagerung versucht wurde, wenigstens die höher gelegten Wallstandorte dem Grundwassereinfluss zu entziehen. Der Erfolg blieb jedoch eher bescheiden. Allerdings kann man bei hohen Grundwasserständen noch heute erkennen, dass sich das Wasser in den kleinen Senken unterhalb der Wälle sammelt und die Wälle trocken bleiben.
Der große Artenreichtum der Wiesen wird vor allem im Frühjahr deutlich, wenn Kuckuckslichtnelke, Sumpfdotterblume, Hahnenfuß und Orchideen die Wiesen mit ihren reichen Blüten überziehen. Gründe für die im Vergleich zu normalem Grünland wesentlich größere Artenfülle sind die geringe Düngemittelgabe, die extensive Bewirtschaftung und der ständige Wassereinfluss auf den Feuchtwiesen. In vielen anderen Bereichen ging dieser Lebensraum durch Entwässerung und Aufdüngung oder durch Umwandlung in Ackerland stark zurück. Aufgrund dieser Nutzungsintensivierung sind in den letzten Jahrzehnten für zahlreiche an Feuchtwiesen gebundene Arten große Bestandseinbußen zu verzeichnen. Daher sind Schutz und Pflege der noch bestehenden Feuchtwiesen sehr wichtig.


